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Was ist die Steigerung von doof & welche anderen Wörter gibt es dafür?

Das Adjektiv doof wird umgangssprachlich verwendet und kommt im täglichen Sprachgebrauch in etwa 25 Prozent aller Konversationen vor. Der Komparativ ist doofer und der Superlativ am doofsten. Eine weitere Steigerung ist nicht möglich, aber durch alternative Adjektive, die im Sprachgebrauch höher gewichtet sind, lässt sich dessen Bedeutung verstärken.

Doofe Situationen

Erleben Menschen eine Situation, die ihnen unangenehm ist, sie überrascht oder verärgert fällt häufig in einem Satz das Adjektiv doof. Zum Beispiel verpasst das Kind den Schulbus und äußert „Das ist voll doof„, denn das Kind muss eine Lösung finden, um pünktlich in der Schule anzukommen. Doof ist auf das Verpassen des Busses bezogen und nicht auf den Busfahrer. Das ändert sich mit der Aussage „Der doofe Busfahrer hätte warten können„, in dem Fall weist das Kind die Schuld dem Busfahrer zu. Kinder meinen bei der Verwendung von doof häufig gemein. Eine milde Alternative zu doof.

Scheitert die Beziehung, so ist erst einmal alles doof. Doofer Exfreund oder doofe Exfreundin, doofe Streits, doofe Situation und noch vieles andere wird mit doof kombiniert. Läuft im Alltag etwas schief, dann war es ein doofer Tag. Regnet es den ganzen Tag und die Tour fällt sprichwörtlich ins Wasser, dann ist das doof. Das Adjektiv wird weniger von den jüngsten Generationen als von älteren genutzt. Die Sprache hat sich weiterentwickelt und hat viele Alternativen zu doof hinzugewonnen. Dazu gleich später, jetzt geht es um das beleidigende Adjektiv.

Doof als Maßstab der Intelligenz

Wer als doof betitelt wird, dem wird mangelnde Intelligenz vorgeworfen. „Der ist so doof (gerne auch strohdoof), der kapiert nichts“ bedeutet, dass die Person generell wenig versteht nach Meinung des Aussagenden, was auf subjektivem Urteilsvermögen beruht. Die Alternative ist dumm. „Dumm ist der, der Dummes tut“ ist ein Zitat von Tom Hanks im Film Forrest Gump, in dem er die Hauptfigur verkörpert. Forrest ist ein gutes Beispiel für doof, welches als Maßstab der Intelligenz herhält. Forrest versteht nicht viel von dem was er in seinem Leben macht, er ist mit sehr vielen Talenten gesegnet, die ihm Anerkennung und Erfolg bescheren. Er ist der fiktive Charakter eines Films, in der Realität sind viele Menschen, die nicht allzu viel über die Hintergründe ihrer Handlungen wissen, mit weniger Talenten gesegnet.

Dumm, blöd und hohl sind alternative Adjektive für doof in Bezug auf die Intelligenz eines Menschen. Hier ein paar typische Beispiele aus dem Alltag:

„Alter, der ist so hohl, der hat voll das Sieb in der Birne.“
„Du bist so dumm Junge, komm hau ab.“
„Die ist voll blöd, die hat im Unterricht nix gerafft.“

Alternativen sind doof

Für doof gibt es eine Vielzahl an Alternativen, die teils häufiger verwendet werden. Hier ein paar Beispiele:

geistig unterentwickelt oder beschränkt
(auf die Intelligenz bezogen)
verzockt
(verpasste Chance oder Situation)
kognitiv herausgefordert
(ironisch)
völlig Banane
(Situation oder Handlung)
Weisheit mit dem Löffel gegessen
(Besserwisserei)
gehirnamputiert
(derber Ausdruck als Steigerung zu doof)

Doof häufig in Verbindung mit Vorurteilen

Ob der doofe Chef, der von allen am doofsten ist oder der Kollege, der im letzten Meeting nichts geschnallt hat, werden als doof, Doofe oder Idioten abgewertet. Temporäre Abwertungen gehören zu unserem Alltag und niemand schafft es, ein Leben lang keinen Menschen abzuwerten. Häufig handelt es sich dabei um Vorurteile, denn Menschen sehen gerne nur das, was sie selbst verstehen. Der geistige Horizont eines jeden ist beschränkt, nur nicht alle auf demselben Niveau. Statt mit doof eine Person herabzuwürdigen hilft es, die Hintergründe zu recherchieren. Situationen aus Frust als doof zu betiteln oder abzuwerten verletzt nicht primär die Würde des Menschen.

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