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Quid pro quo – was bedeutet der Spruch übersetzt?

Lateinische Phrasen nimmt man auf, man hört sie, vielleicht äußert man sie auch und vielleicht weiß man auch, was sie bedeuten. Aber nicht immer und dann sollte man das erklären. So ist es auch mit dem lateinischen Sprichwort „Quid pro quo“. Was bedeutet es und wann kann man es verwenden?

Ursprünge

Quid pro quo bedeutet auf lateinisch „dies für das“ und man kann es als einen lateinischen Rechtsgrundsatz und eine Theorie in der Ökonomie beschreiben, die heute noch betrachtet wird. Vermutlich war es schon den Menschen in der Antike wichtig, nicht übervorteilt zu werden, einen gewissen Egoismus zu zeigen, aber dennoch zu helfen, wenn Hilfe gewünscht ist.

Typisch menschlich

Der Spruch erinnert an tiefe und überaus menschliche Bedürfnisse und man will und kann nicht immer nur umsonst helfen. Menschen sind auch in vorzeitlichen Gemeinschaften aufeinander angewiesen und wer nichts bekommen hat, der ist irgendwann verhungert oder erfroren oder getötet worden. Also muss man etwas tun, muss man einen Grundsatz beschwören, den man hernehmen kann, damit man nicht zu kurz kommt. Und etwas zu bekommen, wenn man schon etwas gibt, ist dieser Grundsatz.

Einfluss in der Ökonomie

In der Wirtschaftswissenschaft nimmt man dieses Prinzip her, um zu erklären, warum Egoisten miteinander kooperativ agieren. Weil sie ja auch etwas davon haben. Sie würden zwar nichts einfach so umsonst machen, doch mit einem Anreiz ist man da schon zu stimulieren und zu motivieren und das ist das Prinzip unserer heutigen Wirtschaft. Wir geben Geld und bekommen Artikel. Wir geben Arbeitskraft und bekommen Gehalt. Wir geben und nehmen und geben dann wieder, um wieder nehmen zu dürfen. Und ein etwas modernerer Spruch wäre wohl „Eine Hand wäscht die andere!“

Kein Einfluss in Familie und Freunden

Aber man besteht nicht immer auf einer Gegenleistung, zumindest die meisten Menschen. Gegenüber Familien und Freunden wird man nicht immer auf eine Gegenleistung bestehen, schon gar nicht sofort und wenn, dann nur auf freiwilliger Basis, die dann auch meistens ohne Aufforderung erbracht wird. Man zahlt jetzt, der andere zahlt dafür ein anderes mal. Oder wenn man sich einen Hammer borgen möchte, dann wird der Bruder, die Freundin nicht direkt nach einer Sicherheit verlangen oder sich selbst etwas borgen wollen, einfach, weil es sich so gehört. Wir geben es im Vertrauen darauf, dass wir unseres gleichen helfen und das ist auch ein Aspekt der menschlichen Natur. Menschen, die wir kennen und mit denen wir verwandt sind, kriegen von uns einen Vertrauensvorschuss.

Egoismus gegen Altruismus

Man sollte nicht immer Altruistisch sein und einfach alles im Glauben an das Gute in den Menschen alles hergeben und denken, man bekäme es später irgendwann schon zurück. Kein Ladenbesitzer würde das machen. Und auch wenn die meisten Menschen gut sind, so ist die Motivation, fremden Menschen zu helfen, wesentlich kleiner als uns selbst oder Menschen, die wir kennen. Es ist aber auch nicht nur gut, rein seine eigenen Interessen im Blick zu haben und vor allem Menschen, die uns nahe sind oder die uns näherkommen wollen, könnte man vor den Kopf stoßen. Wenn man die Rechnung exakt teilt oder verlangt, dass man etwas gut hat oder dergleichen. Das ist kein guter Umgang und eher unter Fremden oder Kollegen verbreitet. Einen guten Freund oder die eigene Familie sollte man nicht ständig daran erinnern, dass da noch was offen ist, ob Gefallen oder offene Rechnungen.

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