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Argumentationsstruktur analysieren in einer Erörterung – Arten, Beispiele

Die Analyse von Argumentationsstrukturen in einer Erörterung: Hört sich bereits hochkompliziert an. Allerdings muss sich dies gar nicht mal so schwer gestalten, sofern die verschiedenen Arten von Argumenten bekannt sind. Nachfolgend ein Überblick über die verschiedenen Arten von Argumenten, begleitet von einigen Beispielen zur Veranschaulichung.

Unterscheiden kann man etwa drei Arten von Argumenten – mit der Basis auf Schlussfolgerungen:

1) Deduktive Schlussfolgerungen

Solche Argumente gehören grundsätzlich in einen informativen Text. Bei den deduktiven Schlussfolgerungen werden allgemein gültige Fakten und Theorien auf Einzelfälle angewandt.

Beispiele:

a) Die 100 Milliliter Flasche wird zu einem Preis von 2,40 Euro angeboten, während es die große Flasche mit 500 Millilitern für 10 Euro gibt. Sofern ich die große Flasche kaufe, kann ich etwas Geld einsparen.

b) Während sechsbeinige Krabbeltiere zu der Gattung Insekten gehören, zählen achtbeinige Tiere wiederum zu den Spinnentieren. Der Skorpion, der gerade vor mir krabbelt, gehört folglich zur Gattung der Spinnentiere.

2) Induktive Schlussfolgerungen

Die Folge induktiver Schlussfolgerungen können Fehlschlüsse sein. Auch wenn beim bloßen Hören von einem guten Argument ausgegangen wird, stützen sich die induktiven Schlussfolgerungen beispielsweise lediglich auf persönliche Erfahrungen und allgemeine Meinungen, Normen und Traditionen, Zufälle oder Erfolge.

Solche Argumente können einem überall und jederzeit begegnen. Das Gute solcher Argumente: In der Regel sind sie ganz simpel zu entkräften.

Beispiele:

a) Mein französischer Nachbar ist in seiner Wohnung stets übermäßig zu hören. Folglich zählen die Franzosen zum lauten Volk.
Hierbei handelt es sich um ein klassisches Beispiel einer Verallgemeinerung.

b) Bisher habe ich nie ein Kartenspiel gewonnen, wahrscheinlich werde ich auch diesmal wieder verlieren.
Hierbei handelt es sich um vorangegangene persönliche Erfahrung.

c) Wenn doch so viele Leute daran glauben, muss doch ein Funken Wahrheit darin stecken!
Dem liegt eine sogenannte Mehrheitsmeinung zugrunde.

d) Bisher konnte nie bewiesen werden, dass es keinen Gott gibt, folglich muss es doch einen geben!
Hier liegt eine Schlussfolgerung auf der Basis von Nichtwissen vor.

e) Die traditionelle chinesische Medizin findet ihre Anwendung bereits seit 3.000 Jahren, folglich muss sie einfach gut sein.
Dies ist eine Schlussfolgerung auf der Basis einer Tradition.

3) Scheinargumente

Wie der Begriff bereits erkennen lässt, basieren Scheinargumente unter anderem auf Scheinrationalität. Die Basis können ebenso Drohungen, persönliche Angriffe oder Unterstellungen sein. Darüber hinaus setzen sie auf kleine Wissenslücken sowie auf fehlende Beweise.

Beispiele:

a) Wir haben dies doch schon immer so gemacht.
b) Hast du denn einen Beweis dafür, dass dies nicht so ist?

Äußerst beliebt sind auch die sogenannten Killerphrasen. Sie dienen dem Zweck, eine Diskussion zu jedem x-beliebigen Punkt beenden zu können beziehungsweise sein Gegenüber hiermit zu verunsichern:

a) Das ist mir nun wirklich zu niveaulos!
b) Das wird mir hier zu anstrengend, ich bin jetzt raus!
c) Das ist doch absolut offensichtlich!
d) Mich überzeugt das nicht, aber schön, dass wir mal drüber gesprochen haben!

Solche Aussagen dienen nicht wirklich dazu, einen konstruktiven Beitrag innerhalb eines Gesprächs oder in einer Diskussion zu leisten. Deren einziger Zweck: Manipulation.

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